Umwelt

Grüne fordern: Osterfeuer im Herbst absagen

Am 24. Oktober dürfen im Landkreis Aurich Osterfeuer abgebrannt werden. Die Grünen wollen das verhindern. Archivbild: Ortgies

Am 24. Oktober dürfen im Landkreis Aurich Osterfeuer abgebrannt werden. Die Grünen wollen das verhindern. Archivbild: Ortgies

Von Norbert Fiks

Die Kreistagsfraktion der Grünen ist gegen die geplanten Osterfeuer am 24. Oktober. Der Kreistag soll den Termin streichen.

Aurich - Die Kreistagsfraktion der Grünen möchte, dass der Nachholtermin für die im Frühjahr ausgefallenen Osterfeuer abgesagt wird. Stattdessen soll es eine zeitlich begrenzte kostenlose Abnahme von Baum- und Grünschnitt an den Entsorgungsstellen des Landkreises geben. Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag hat Fraktionsvorsitzende Gila Altmann für die nächste Kreistagssitzung am 1. Oktober gestellt.

Die Bürgermeister aus dem Landkreis Aurich und Landrat Olaf Meinen (parteilos) hatten erst vergangenen Woche einen Nachholtermin festgelegt: den 24. Oktober. Die Feuer sind mit Auflagen verbunden. So dürfen nur zehn Personen dabeistehen. Die Argumentation, aus Brauchtumsgründen den Osterfeuertermin nachzuholen, erschließe sich den Grünen nicht, schreibt Altmann. Zumal müsse der wesentliche Aspekt, das miteinander Feiern, wegen der Hygienebestimmungen des Landkreises ausfallen. „Wir sehen hier das Bestreben, einen zusätzlichen Brenntag einzurichten, um die angefallenen organischen Abfälle des Frühjahrs und darüber hinaus kostengünstig entsorgen zu können“, heißt es weiter.

Das Abbrennen gehe zu Lasten von Kleinlebewesen. Für viele Tiere würden die brennenden Reisighaufen zur Falle werden, in der sie qualvoll verenden würden. Darüber hinaus sei mit einer deutlich erhöhten Schadstoff- und Feinstaubbelastung „in einem nicht hinnehmbaren Maße“ zu rechnen.

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Alex Sänger 21.09.2020, 13:58 Uhr

Es geht den Grünen offensichtlich nicht darum, nur den Ersatztermin zu streichen, sondern das Osterfeuer generell zu verbieten. Nicht, dass ich ein großer Anhänger dieses Brauchtums bin, jedoch in Konsequenz bei dieser Argumentation stehen sämtliche Feiern, Brauchtümer und Feste zumindest auf dem Prüfstand. Als nächster Schritt wäre das Verbot von Weihnachten zu diskutieren, da nicht nur die Bäume sterben, sondern auch die vielen Kleinlebewesen, die auf den Bäumen leben. Ganz zu schweigen von der Umweltverschmutzung durch die Motorsägen und dem Verbrennen (Feinstaub) der Bäume nach Weihnachten. Wo soll das noch enden?

Stefan Albring 21.09.2020, 14:39 Uhr

Herr Sänger, egal, was Sie hier an Abendlandsuntergangsphantasien herbeifabulieren: Frau Altmann weist klar darauf hin, dass Sie den Brenntag eben insofern unsinnig findet, als er ob der Versammlungsbeschränkungen ohnehin keinen Brauchtumscharakter hat und von daher die negativen Effekte die positiven bei weitem überwiegen würden.

Aber, wo Sies ansprechen: Meinetwegen dürfte man durchaus diskutieren, ob der Verkaufspreis von Discount-Weihnachtsbäumen eigentlich die verursachten Umweltschäden (Pestizide, Wasserverbrauch, Monokulturförderung) deckt. Mit einem „Verbot von Weihnachten“ hätte selbst das aber wenig zu tun. Das Fest ist ja nicht weg, wenn man keine 9,99 Euro-Tanne zum Vertrocknen ins Wohnzimmer stellt.